Böse Ratten, gute Ratten?

Wer sein Leben mit Ratten teilt, dem droht keine Langeweile. Denn Ratten sind die Einserschüler unter den Nagern: unglaublich intelligent und lernwillig. Doch bei vielen Menschen genießen sie gar keinen guten Ruf. Hier wird mit Vorurteilen aufgeräumt!

Ratten übertragen Krankheiten: Nicht mehr oder weniger als andere Haustiere. Vor allem bringt man die Toxoplasmose in Verbindung mit den Tieren. Ratten und Mäuse können zwar den Toxoplasmoseerreger in sich tragen, ihn aber im Gegensatz zu Katzen nicht ausscheiden. Um sich bei Ratten oder Mäusen mit diesem Erreger anstecken zu können, müsste man die Tiere essen. Wer seine Ratten aus dem Zooladen oder Tierheim bezieht und sie nicht in der Natur frei laufen lässt, ist vor einer möglichen Ansteckung von Krankheiten weitgehend geschützt.

Ratten sind bissig:
Diese Nagetiere sind nicht von Natur aus bissig. Es gibt immer wieder Ratten und Mäuse, die bissig sind, das kann man nicht abstreiten. Der weitaus größere Teil tut dies aber nicht, ist neugierig, verschmust und verspielt. Allgemein gilt es: Wenn Tiere bissig werden, gibt es einen Grund, zum Beispiel eine falsche Haltung. In den meisten Fällen bedeutet ein Biss Angst, Unsicherheit.

Ratten sind schmutzig:
Stadtratten aus der Kanalisation, die im Müll herumwühlen – das ist was viele Menschen sich vorstellen, wenn man von diesen Tieren spricht. Aber das sind ja keine Heimratten. Ratten putzen sich gegenseitig lange und ausgiebig; eine Ratte fordert die andere Ratte auf sie zu putzen, indem sie die andere Ratte anstupst. In ihrem Käfig (übrigens: Tierschutzgesetz schreibt für ein Rattenpaar eine Mindestkäfiggröße von 80×40×50 Zentimeter vor; allerdings kann ein Käfig nie groß genug sein, der Verein der Rattenliebhaber und -halter in Deutschland e.V. empfiehlt für drei Tiere eine Mindestgröße von 80 x 50 x 80 Zentimetern) suchen sie sich immer nur eine Ecke als Toilette aus.

Man hat nichts von ihnen,
weil sie nachtaktiv sind:
Ratten sind eigentlich dämmerungsaktiv. Das bedeutet, dass sie morgens und abends am aktivsten sind. Dann wird das Rattemheim zum Abenteuerspielplatz. Die Tiere klettern, toben und verstecken, sie sind intelligent und lernwillig. Das bedeutet auch: Man muss den Ratten auch den richtigen Lebensraum bieten, damit sie ihr Potenzial nutzen können und sich wohlfühlen.

Ratten stinken:
Jedes Säugetier hat einen Eigengeruch. Bei regelmäßigem und richtigem Reinigen stinken aber weder Ratten noch Mäuse. Die Ratten, die tatsächlich stinken, sind allerdings unkastrierte Mäuseböcke.

Related

JOIN THE DISCUSSION