Wenn Polarhunde Herz und Seele wärmen

Ein Rudel Huskys im Einsatz – Der Verein Birkenhof aus Roth bei Prüm besucht mit seinen Vierbeinern Altersheime und Schwerbehinderte

„Der tut nichts, der will nur helfen“ – das wäre ein richtig guter Werbespruch für den Verein, der seinen Standort seit inzwischen fünf Jahren auf einem ehemaligen Aussiedlerhof in der Nähe von Roth bei Prüm hat. Hier haben sieben Huskys, die allesamt aus Tierheimen stammen, endlich ein Zuhause gefunden: Roy, Yuma, Akira, Kenai, Nelly, Dakota und Sioux sind äußerst entspannt, freundlich und bester Laune. Wenn in der Schneifel Schnee liegt, herrscht „Husky-Wetter.“ Nun mit den hohen Temperaturen ist Baden angesagt, „Wir gehen sehr oft schwimmen“, sagt Sarah Mentzen, Rudel-Chefin und Vorsitzende des Vereins Birkenhof.
Unter den sieben Huskys, die jeden Besucher freudig bellend begrüßen, ist Yuma, ein besonders dickfelliger Rüde, der Star.

„Yuma ist vor allem bei demenzkranken Menschen beliebt“, sagt Sarah. Denn er beherrscht Kunststückchen. Er steigt auf Hocker, fährt Skateboard und rollt Teppiche aus. Das macht Yuma einfach gerne“, sagt Sarah Mentzen, ausgebildete Tierpflegerin. „Niemand zwingt den Hund dazu, aber er hat wirklich Spaß daran.“
Das Besondere daran: Sarah lässt Yuma mit einem knappen Befehl eines seiner Kunststücke vollführen – die an Demenz erkrankten Bewohner des Heims, die vorher Gelegenheit hatten den Hund zu streicheln, um ihn kennenzulernen, sollen es ihr nachtun. „Es ist wunderbar zu sehen, wie sich die Menschen wieder öffnen und miteinander sprechen.“ Alleine die Anwesenheit eines Hundes lasse die sonst schweigsamen und dementen Senioren aufleben.
Inzwischen hat der noch junge Verein rund 20 Mitglieder und einige Sponsoren gewinnen können. Sechs Einrichtungen und einige Privatpersonen besucht Sarah mit dem Rudel, oder mit einzelnen Hunden, regelmäßig, außer einen Unkostenbeitrag muss dafür nichts gezahlt werden. Neben dem sozialen Engagement für Demenzkranke und behinderte Menschen will der Birkenhof in Zukunft auch Kindern und Jugendlichen Trekkingtouren und Aufenthalte auf dem eigenen, rund drei Hektar großen Areal anbieten. Dabei, und auch bei der täglichen Pflege, Fütterung und beim Ausführen der Tiere, unterstützen die 24-jährige Sarah Mentzen ihre zwei Schwestern Sabrina (22) und Lea (18).

„Aber auch unsere Eltern helfen tatkräftig mit“, sagt sie. Die drei Schwestern sorgen auch für die Zukunft vor, nicht von ungefähr haben sie Berufe ergriffen, die ihnen irgendwann einmal ermöglichen sollen, die Arbeit mit den Huskys nicht nur im Verein zu betreiben, sondern auch auf professionelle Füße zu stellen. Sarah ist staatlich anerkannte Tierpflegerin, Sabrina ist Sport- und Fitnesskauffrau und hat sich mit zahlreichen Weiterbildungen auf die Arbeit mit körperlich und geistig behinderten Menschen vorbereitet. Lea, die jüngste, ist zurzeit noch Schülerin und wird dann eine Ausbildung im Bereich der Tierpflege machen. Aber auch wenn das anvisierte, gemeinsame Projekt der Schwestern irgendwann einmal Realität wird, steht der soziale Gedanke im Vordergrund: „Jugendgruppen, die über wenig Geld verfügen, sollen auf jeden Fall die Chance erhalten, an unseren Aktionen mit den Huskys teilzunhemen“, sagt Sarah Mentzen.

 

 

 

Internet: www.birkenhofev.com
Text: Vladi Nowakowksi
Fotos: Verein Birkenhof

Related

JOIN THE DISCUSSION