Für ein gesundes Hundeleben

Die richtige Ernährung für Hunde, die an Durchfall oder Verstopfung leiden

Wenn der Hund an Durchfall oder an Verstopfung leidet, beginnt oft die verzweifelte Frage nach der Ursache. Häufig sind Fehler in der Ernährung ein Grund dafür. Nadine Avermann, Tierernährungsberaterin von Vet-Concept, erklärt, worauf es bei einer Spezialernährung von Hunden mit Verdauungsstörungen ankommt.

Fütterungsfehler oder Infektionen sind häufig die Ursachen für akute Durchfälle. Während einer Durchfallerkrankung verliert der Körper viel Flüssigkeit und auch die Nährstoffaufnahme ist gestört. Daher ist es wichtig, das Problem schnellstmöglich in den Griff zu bekommen. Eine Fütterungspause von ein bis zwei Mahlzeiten kann hier oftmals schon Abhilfe schaffen. Frisches Trinkwasser muss uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Oft liegt die Ursache in einer unaufmerksamen Sekunde beim Gassigang und einer herumliegenden alten Stulle am Wegesrand – und schon hat unser Hund Durchfall. Doch auch die gut gemeinte und für Hunde zu stark gewürzte Extraportion vom Sonntagsbraten kann zu Verdauungsproblemen führen.
Beides sind Verhaltensweisen, die wir uns und unserem Vierbeiner mit etwas Disziplin abtrainieren können. Des Weiteren können auch Stress, Trauer oder hormonelle Dysbalancen die unangenehmen Verdauungsbeschwerden verursachen.

Die richtige Ernährung
Neben einer Fütterungspause kann auch eine darauffolgende Schonfütterung helfen. Eine Mischung aus leicht verdaulichen Kohlenhydraten und faserstoffreichem Gemüse, beispielsweise gekochter Reis mit Karotte und Zucchini, kann den Magen-Darm-Trakt beruhigen. Zu faserreichen Futtermitteln gehören unter anderem Hafer- oder Weizenkleie, geschrotete Leinsamen, geriebene Karotte und Wildreis. Besteht der Durchfall trotzdem weiter, ist in jedem Falle ein Tierarzt zu konsultieren, um nach der Ursache zu suchen und um das Tier durch therapeutische Maßnahmen schnell zu stabilisieren.

Die Ausschlussdiät
Besteht der Verdacht auf eine Futtermittelintoleranz (FMI) oder eine Futtermittelallergie (FMA), kann dies mittels einer sogenannten Ausschlussdiät (Eliminationsdiät) ermittelt werden. Die bisherige Fütterung wird hierbei durch eine neue, dem Tier unbekannte, Protein- und Kohlenhydratquelle ersetzt. Hierbei werden sämtliche andere Fütterungskomponenten ausgeschlossen. Verschwinden die Symptome oder werden sie gemildert, ist davon auszugehen, dass die vorherige Futterauswahl nicht optimal war. In den meisten Fällen folgt im Anschluss der Provokationstest.
Dabei erhält der Hund das Futter, das er vor der Eliminationsdiät bekommen hat, und die Reaktion darauf wird abgewartet. Wenn der Vierbeiner erneut unter Durchfall leidet, gilt die Futtermittelallergie als bestätigt.
Viele Tierfutterhersteller bieten für Hunde mit einer Nährstoffunverträglichkeit hochverdauliche Fertigfuttermittel als Trocken- oder Nassnahrung an. Diese Spezialnahrungen enthalten zum Beispiel leicht bekömmliche Gemüsesorten und exotische, nährstoffreiche Fleischsorten. Denn Hunde mit Nährstoffunverträglichkeiten sind in ihrer Ernährung besonders anspruchsvoll.

Was tun bei Verstopfung?
Auch bei einer Verstopfung kann der Hund stark unter den gesundheitlichen Folgen leiden. Auch Bewegungsmangel kann eine Ursache für Verstopfung sein. Obstipation kann auch die Nebenwirkung verschiedener Medikamente sein, welche bei Senioren oft unabdingbar sind.
Doch auch eine falsche Ernährung kann dazu führen, dass der Hund an Verstopfung leidet: eine zu geringe Fütterung von Faserstoffen oder der Verzicht darauf kann zu einer Verstopfung führen. Was vielen Hundehaltern nicht bewusst ist: Auch das häufige Füttern von Knochen kann diesen negativen Effekt haben. Besser geeignet sind Kauartikel wie Pansen oder Ziemer. Abhilfe schafft eine kurzfristige oder auch dauerhafte Umstellung der Fütterung. Dabei steht oftmals die Erhöhung von Faserstoffen im Vordergrund.
Dennoch gilt: Im Zweifel sollte immer erst der Tierarzt aufgesucht werden.

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